Aktuelles von Enizur Homepage
  Startseite
  Archiv
  Gästebuch
  Abonnieren

   

http://myblog.de/enikoe

Gratis bloggen bei
myblog.de





Mittwoch, 18.Mai 2005
Ich habe euch Fortsetzung versprochen, allerdings habe ich uns bei Dorina und Gergoe fuer zwei Tage abgemeldet, weil wir bis Donnerstag wegfahren wollten. Und siehe da, wir sitzen wieder bei Tollefsons am Abendbrottisch. Aber schoen langsam, alles der Reihe nach:
Am Montag hatte Eni noch frei gehabt, und so kam uns die Idee, mit Stephanie und den 4 Kindern nach Milwaukee zu fahren. Diese ist die groesste Stadt des Landes, viel viel groesser als die Hauptstadt Madison. Wir fuhren mit zwei Autos: Stephanie mit ihren vier Kindern und wir drei. Auf dem Highway dorthin passierte einige Minuten vor uns ein Unfall, wir haben nur die schwarze Wolke von einem Autobrand gesehen und kurze Zeit spaeter kamen auch schon tatue-tata Polizei, Feuerwehr, Krankenwagen. Wir standen so, dass wir umgeleitet werden konnten und mit ein wenig Umweg konnten wir wieder auf die Autobahn rauf. Am Nachmittag hat man im Radio gehoert, dass das ein Auffahrunfall war und dass zwei Menschen sogar dabei starben. Wir wissen nicht wirklich, wo vor Gott uns jeden Tag bewahrt, aber wenn du so etwas siehst und hoerst, wird es dir doch bewusster.
Wir haben in Milwaukee ein Children-Museum besucht. Als ?Auslaender? hatten wir freien Eintritt. Danke USA! Es war total interessant, von Dinos bis Schmetterlinge, dann europaeische Wohnungen aus dem vorigen Jahrhundert und du konntest durch die Fenster in die Stuben schauen: deutsch, polnisch, kroatisch, hollaendisch, finnisch, schwedisch, ungarisch..... und was weiss ich noch . Fuer die Kinder war das Mittagessen im Restaurant der Hoehepunkt des Tages ? es gab Pizza und Chickenwings und frisches Gebaeck mit verschiedenen Tunken. Anschliessend fuhren wir noch an den grossen See .... Rainer meinte, der koennte so gross sein , fast wie die Ostsee. Wir sind vielleicht ein knappes Stuendchen rumgelaufen, nicht alle Kinder hatten dazu viel Lust ? ich muss zugeben, mir war es auch ziemlich kalt und windig!!!
Macht nichts, wir waren schliesslich gut durchgepustet und machten uns auf den Heimweg. Stephanie fuhr mit den Kids gleich nach Hause, wir haben noch mit Eni einen Abstecher zu einem Einkaufszentrum gemacht ( Johnsons Creek). Wir haben einige Kleinigkeiten gekauft, Eni auch.

Am Abend war Michael mit den Kindern zu Hause. Er schmiss auf der Terrasse den Grill an, und es gab Gegrilltes: Fleisch und Folienkartoffeln. Lecker! Ein dickes Lob an den Chefkoch des Abends!
Mit viel Hilfe von Tollefsons haben wir eine Route ?zurechtgedacht?, wo wir Dienstag und Mittwoch hinfahren koennen. Es soll eine wunderbare Strasse geben an den Mississippi entlang, eine Nacht in La Crosse in einem Hotel uebernachten und am naechsten eine andere Route zurueckfahren, durch eine Gegend, wo auch Amish people wohnen und leben, was ein ganz grosser Wunsch von Rainer war.
Wir haben auch nach einem Mietwagen gesucht, aber schliesslich hiess es, wir sollten doch den VW Jetta nehmen, womit Michael taeglich zur Schule faehrt, wo er unterrichtet.
Dienstag ? nach dem Fruehstueck haben wir noch einige Sachen besprochen. Wir erfuhren z.B., dass wir zwar fast ueberall mit unserer Kreditkarte bezahlen koennen, aber die andere Variante: mehr zahlten und Geld auszahlen lassen ? geht wohl nur mit Debit-Karten. Darauf telefonierten mit Eni, die arbeiten musste, dass wir bei ihr Vorbeikommen werden, um ein wenig Bargeld fuer alle Faelle in der Geldboerse zu haben.
Wir waren kurz nach elf da, Alexis hatte sich gefreut, wie sonst was, holte sofort die Memorie - Steine, um zu ... na? na... richtig! Tuerme zu bauen. Eni erzaehlte uns, dass sie davon fasziniert war. Sie ist aber fuer ihre drei Jahre feinmotorisch und ueberhaupt richtig gut.

So schnell kommt man nicht von den Kindern und Eni weg. Schliesslich gab es noch Reste-Mittagessen und Eni packte uns noch something to eat and to drink ein.
Es war eine richtig schoene, ruhige Fahrt, Rainer fuehlte sich in dem VW Jetta mit Gangschaltung richtig heimisch. Unterwegs machten wir einen Abstecher nach Black Earth wo es ein grosses Schuhgeschaeft gibt, die Shoe-Box. Es war fuer unsere Begriffe eine Mischung zwischen Ausstellung, Museum und Schusterwerkstatt sowie Verkauf. War sehr interessant. Auf dem Parkplatz fotografierten wir noch schnell das Nummernschild von ?unserem? Auto, damit wir es auch auf einem ganz grossen Parkplatz wiederfinden. Wir fuhren dann weiter gen Westen, ueber den grossen Fluss Wisconsin, bis wir dann von der Hauptstrasse in eine kleinere Strasse links abbiegen mussten. Es gab nur zwei Spuren: geradeaus und rechts. Wir blinkten und mussten dann ganz anhalten, weil Gegenverkehr kam. Kaum war der grosse Truck vorbeigefahren, fuhr Rainer an, um in die Strasse einzubiegen, da gab es einen grossen Ruck und Knall, unser Auto rutschte ueber die Fahrbahn und blieb dann am Rand stehen. Das war?s dachte oder sogar sagte ich und stieg aus dem Auto aus.

Der ?Taeter? blieb auch stehen. Ein Mann von der Tankstelle -ganz in rot gekleidet- kam sofort an und fragte: are you okay? Und eine andere Frau aus dem Kiosk rief sofort die Polizei.
Was denkt ihr, was einem alles so auf englisch einfaellt, wenn es sein muss.
Der Mann in Rot hat uns beruhigt, dass wir in Recht waeren und nun muss erst einmal die Polizei kommen und alles aufnehmen. Wir sollten nach irgendwelchen Autopapieren und oder Versicherungspapieren suchen. Die hinteren Tueren und die Heckklappe war vom Auto nicht mehr zu oeffnen. Die rechte Seite des Kofferraumes war bis in die Reifen zusammengeschoben. Wir fotographierten das verunglueckte Auto, dann gingen wir auf die andere Strassenseite zu den beiden Maennern. Der Fahrer stieg nicht einmal aus dem Auto aus, aber wir fragten den anderen, ob wir ihr Auto knipsen duerfen. Wir durften.
Zurueck zu unserem Helfer in Rot (die Polizei war immer noch nicht da) meinte er, ich sollte bei dem Fahrzeughalter anrufen, wo das Auto versichert ist. Zum Glueck hatten wir Eni?s Telefonkarte mit, und so rief ich an, aber ohne Erfolg. Ich rief dann bei Eni an und erzaehlte ihr, welch ein Ding uns passiert ist. Sie wollte versuchen, Stephanie zu erreichen und wartete auf unseren naechsten Anruf.
Es kam eine nette Polizistin (Sheriff), sie hiess Kathie und sie nahm alle unsere Daten auf, sie hat ganz geduldig und langsam gesprochen und fragte uns aus nach dem Unfallhergang. Anschlie?end ging sie zu den anderen beiden Maennern rueber und wir dachten uns: es waere doch schon richtig nett zu hoeren, was diese beiden zu Protokoll gaben.

Also: das Auto von Tollefsons hat Totalschaden. Es kam im Handumdrehen ein Abschleppwagen und der Fahrer half Rainer alles bewegliche aus dem Auto zu holen. Es waren auch viele Schulunterlagen und Buecher von Michael drin, dann ein Kindersitz, na und unsere Klamotten. Alles erstmal im Polizeiauto verstaut. Der andere Fahrer gab zum Protokoll, dass er uns zwar gesehen hat, aber dann hat er nach unten geschaut und wo er aufschaute, knallte es schon. Ich versuchte zwischendurch noch einmal mit Eni zu telefonieren. Wir haben abgemacht, dass ich sie noch mit der Polizistin Kathie telefonieren lasse, nicht dass wir irgendwelche Dinge total falsch oder missverstanden haben.

Um etwas kuerzer zu fassen. Jeff war schon zu Hause,(Zufaelle gibt es nicht!) Eni durfte gleich ins Auto steigen, um uns abzuholen. Eni, danke fuer dein ?very-prompt-kommen! Die Fahrt war mindestens eine Stunde oder noch mehr, in der Zeit durften wir mit unseren Sachen und der lieben Kathie in der Hinterstube des Kioskes sitzen und sie hat auf uns aufgepasst. Wir haben so einiges erzaehlt, sie war Oma von einem kleinen Maedchen, Alexis. Sie wohnte alleine, und fragte uns aus, wie wir in Germany wohnen, wie hoch die Kriminalitaet in Berlin ist, was fuer Kinder und Enkel wir haben, dann ueber Eni, was sie hier so macht, usw. Schliesslich hat sie Eni mit den Worten empfangen: von deiner Mama kennen wir deinen ganzen Lebenslauf.
Wir waren schon ziemlich froh, wieder in Enis Auto zu sitzen und zu reden, wie uns der Schnabel wuchs. Damit ist hier deutsch gemeint.

Eni fuhr uns zu Tollefsons. Es war schon ein beklemmendes Gefuehl, nach Hause zu kommen, und erzaehlen, dass das Auto, was sie uns geliehen haben, leider ?tot? ist. Ich persoenlich war ich so weit wieder entspannt, dass ich haette heulen koennen. Stephanie empfang uns mit den Worten: ist nicht schlimm, ist schoen, dass es euch nichts passiert ist. Michael kam spaeter vom Sport und wisst ihr was er sagte? ?Ach ihr Armen, nun muss euch in einem fremden Land so etwas passieren!? WOW!
Ich dachte, ich hoere nicht richtig. Sie machten sich als erstes um uns Sorgen, und nicht um das fehlende Fahrzeug. Ich glaube, hier habe ich eine sehr schoene Lektion gelernt.
Der Abend verging dann mit einem leckeren Abendessen und lange Telefonate mit der Versicherung und natuerlich mit Berichtschreiben. Eni ass auch zu Abend mit und sie fuhr dann wieder heim nach Waunakee.

Ich habe mir noch einmal durch den Kopf gehen lassen: wenn das Auto nur 5 Sekunden frueher in unser Auto faehrt, da schubst es uns unter oder vor den Truck, der gerade an uns vorbeifuhr.
Oder: was ist, wenn unser Tank explodiert und .... und... siehe Anfang des Berichts.
Ich kann also nur sagen: Danke Vater im Himmel ? ich verstehe zwar vieles nicht, aber danke DIR fuer die Bewahrung und fuer die Geschwister hier in Madison.

18.5.05 21:57
 



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung